Der folgende Leserbrief erschien am 23.7.2014 in der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Elternwille wird mit Füßen getreten

Zum Artikel „CDU zieht Zwischenfazit zu Schulsystem“ vom 16. Juli erreichte die
Redaktion folgende Zuschrift.

„Für die GMHütter CDU-Fraktion steht also fest, das dreigliedrige Schulsystem
hat sich bewährt und eine individuelle, auf die Person des Schülers
zugeschnittene Betreuung sei in differenzierten Schulen besser zu erreichen als
in anderen Schultypen, wie etwa der Oberschule oder der IGS. Punkt, Haken dran,
Thema erledigt.
Eine Entscheidung von oben, wen interessiert der Wunsch vieler Eltern? Es muss
hier in aller Deutlichkeit gesagt werden, hier wird der Elternwille mit Füßen
getreten. In der 2013 durch den Landkreis durchgeführten Umfrage wurden die
Eltern der Grundschulen gefragt: „Wenn es nur nach Ihren Wünschen gehen sollte,
welche Schule sollte Ihr Kind dann besuchen?“ 16,5 und 5,3 Prozent sprachen sich
für IGS und Oberschule, demgegenüber nur 16,5 und 1,2 Prozent für Real- und
Hauptschule aus. Der Rest ist unentschlossen oder wünscht den Besuch des
Gymnasiums für seinen Nachwuchs.
In weiteren Fragen gaben über 70 Prozent der Erziehungsberechtigten an, dass
eine IGS für sie interessant sei. Wo berücksichtigt diese angebliche Volkspartei
diese Gruppe? Ein anderer Fakt der damaligen Elternbefragung ist der Wunsch der
Eltern nach mehr qualifizierten Informationen über diese für Georgsmarienhütte
neuen Schulformen. Alle Gesamtschulen in Stadt und Landkreis verzeichnen mehr
Anmeldungen, als Plätze zur Verfügung stehen. Mir ist keine Gemeinde bekannt,
die von IGS und Oberschule wieder zurück zum angeblich besseren dreigliedrigen
Schulsystem möchte.
Der Prozess der Schulentwicklung ist seit über 100 Jahren in ständiger Bewegung,
für Niedersachsen und Georgsmarienhütte kann er schon alleine deshalb nicht
abgeschlossen sein, da in den nächsten Monaten aus Hannover neue
Gesetzesänderungen erwartet werden. Die Konsequenz muss daher lauten, die
verbleibenden ein bis zwei Schuljahre zu nutzen, die Eltern innerhalb der
Grundschule über wirklich alle Möglichkeiten zu informieren und [sie] dann auf
Grundlage der neuen Gesetzgebung, bei der sich eine ersetzende und nicht nur
ergänzende Schulform IGS abzeichnet, selbst entscheiden zu lassen, was sie
wünschen.“
Andre Averdiek
Georgsmarienhütte
Copyright 23.07.2014 Neuen Osnabrücker Zeitung